Christine und Franz Leuthner, Architekten von Beruf und Visionäre im Herzen, öffnen die Türen ihres charmanten Zuhauses in Krems an der Donau. Mit einem gekonnten Spiel von Alt und Neu verwandelten sie ein historisches Winzerhaus durch eine Dachaufstockung in ihren lichtdurchfluteten Wohntraum.

300 Jahre altes Winzerhaus wird Leinwand für Architektenträume

Vor mehr als zehn Jahren wagten Franz und Christine Leuthner den Sprung aus der bunten Metropole Wien, um in einer idyllischen, urbanen Umgebung nach ihrem neuen Eigenheim zu suchen. Als Architektenpaar war ihr Auge geschult für verborgene Schönheit – und beim Anblick eines alten, sanierungsbedürftigen Winzerhauses mitten in der Kremser Altstadt schien es wie Liebe auf den ersten Blick: „Wir sind Architekten, wir wollten unser Haus unbedingt selber gestalten“, erinnert sich Franz.

Das große Haus mit drei Wohnungen und einem leeren, morschen Dachgeschoss barg ursprünglich zu viel Platz für die kleine Familie. Doch anstatt das historische Schmuckstück aufzugeben, beschlossen Franz und Christine, es in eine einzigartige Wohnlandschaft zu verwandeln. Die Vision war klar: Den unvergleichlichen Charme und die historische Fassade bewahren, energetisch sanieren und modernen, lichtdurchfluteten Wohnkomfort schaffen.

Das Dachgeschoss, welches das Paar heute mit seinen Kindern Luisa und Thimon bewohnt, wurde im Zuge des Umbaus komplett neu und noch dazu zweigeschossig in Massivholzbauweise errichtet. Christina erzählt:

„Es war wirklich ein wunderschönes Dachgeschoss. Wir mussten es nur leider abreißen, weil die Auflagen morsch waren. Dann haben wir hier im Dachraum zwei zusätzliche Wohnungen für uns geschaffen und die unteren drei komplett generalsaniert.“

Das Spiel mit Licht und Schatten

Das historische Winzerhaus steht an einem mächtigen Felsen, der vom Keller bis zu den Höhen des Gartens emporragt – eine Höhe von 25 Metern! Das Grundstück ist so auf zwei Ebenen verteilt. Diese einzigartige Topografie verleiht dem Haus zwar einen einmaligen Charme, bringt aber auch Schwierigkeiten mit sich.

So standen Franz und Christine vor der Herausforderung, wie sie ihr neues Zuhause im Donautal trotz der Schattenspiele des Felsens mit ausreichend Helligkeit versorgen können. Inspiriert von der Naturkulisse entstand ihr kreatives Konzept, Dachfenster auf allen Seiten des Satteldaches einzubauen – und so nicht nur den Blick auf den idyllischen Garten freizugeben, sondern auch die Magie des natürlichen Lichts einzufangen.

Himmlische Aussicht: 20 Dachfenster erhellen Wohngeschosse

Ihr Traum vom Tageslicht wurde dank sorgfältiger Planung zur strahlenden Realität. Zwanzig Klapp-Schwing-Fenster aus Kunststoff und elektrische Dachfenster mit Holzrahmen bilden das Herzstück der architektonischen Vision von Familie Leuthner. Im Untergeschoss bringt die Lichtlösung Lichtband WAND, eine Kombination aus Dachfenstern und Kniestockfenstern, viel Licht in die Kinderzimmer, im Obergeschoss taucht die harmonische Kombination aus Dach- und Firstfenstern den Wohnbereich mit angrenzender Küche in natürliches Licht. Gekonnt kombiniert mit hellen Zementfliesen, weißen Wänden und Eichenparkett entsteht so eine bezaubernde Lichtstimmung, besonders in den goldenen Nachmittagsstunden.

Doch für das Architektenpaar war nicht nur die Belichtung entscheidend, sondern auch der Blick nach draußen:

„So viel Ausblick wie möglich, aber bitte keine Einblicke“, lautete der Wunsch von Christine.

Mit viel Fingerspitzengefühl wurden die Fenster so platziert, dass jedes von ihnen einen atemberaubenden Ausblick gewährt. Gleichzeitig bieten nicht einsehbare Bereiche unter den Dachschrägen die nötige Privatsphäre. Dieses Wechselspiel zwischen geschlossenen und offenen Flächen schafft eine einzigartige Kombination aus Freiheit und Geborgenheit in der zweigeschossigen Dachwohnung.


Kinderparadies im Winzerhaus: Thimon und Luisas magische Welt

Das Untergeschoss gehört ganz dem Nachwuchs der Familie Leuthner. Thimon und Luisa tauchen besonders gern unter die Lichtbänder, die durch ihre Einbauweise im Kinderzimmer tiefe Fensterbänke schaffen. Hier, in den gemütlichen Fensternischen, spielen die Geschwister stundenlang in ihrer eigenen kleinen Welt. Luisa, die ihre Leidenschaft für Kristalle, Steine und Muscheln pflegt, hat direkt unter dem Dachfenster ihre ganz persönliche Schatzinsel gefunden. Ein Ort, der nur ihr gehört, wo sie ihre Sammlung aufbewahrt und mit ihren Freunden teilt.

Doch nicht nur in den Kinderzimmern erleben Thimon und Luisa spannende Abenteuer, auch im Wohnzimmer entfaltet sich ihre Spielfreude. Unter den großflächigen Dachfenstern im Wohnbereich wird geschaukelt und geturnt, gebaut und musiziert. So wird das lichtdurchflutete Obergeschoss zu einem magischen Ort, an dem nicht nur die Familie zusammenkommt, sondern die Träume und Geschichten der Kinder lebendig werden.

Ein Haus, das atmet: Automatisierte Lüftung und Beschattung

Christine und Franz nutzen die einzigartige Topografie ihres Traumhauses, um auf natürliche Weise für angenehme Temperaturen zu sorgen. Dank der Möglichkeit zum Querlüften über die zahlreichen Dachfenster und cleverer Innenarchitektur bleibt ihr Eigenheim selbst bei hohen Außentemperaturen angenehm kühl.

Das Architektenpaar entschied sich neben dem Eichenparkett im Wohnzimmer für einen Bodenbelag aus marokkanischen Zementfliesen – diese sind nicht nur ein optisches Highlight, sondern eignen sich auch hervorragend als Speichermasse. In den Sommernächten öffnen sich die Dachfenster im Obergeschoss automatisch, die tagsüber erwärmte Speichermasse kühlt ab. Die kalte Luft kann dank der zwei Stockwerke in den Innenräumen zirkulieren und diese auf angenehme Temperaturen abkühlen. Tagsüber sorgen automatisierte Hitzeschutz-Markisetten Verdunkelung für wohltuende Beschattung.

„Wir lassen in der Nacht die Frische einziehen. Unsere Zementfliesen nehmen diese Kühle auf und geben sie tagsüber ab. So lässt es sich auch im Sommer ohne Klimaanlage wunderbar leben“, erklärt Christine begeistert.

Drinnen im Grünen: Magische Rückzugsorte für die ganze Familie

Das architektonische Meisterwerk von Franz und Christine erweist sich als perfektes Refugium für die ganze Familie. Dank dem Überfluss an frischer Luft und sanftem Lichtspiel wird der Alltag in den harmonisch gestalteten Innenräumen zum sinnlichen Erlebnis. Die Fensterfronten eröffnen atemberaubende Ausblicke auf den Garten und den Felsen, Tageslicht taucht die beiden Wohngeschosse in eine harmonische Atmosphäre. Christine ist begeistert:

„Früher habe ich es immer vorgezogen, draußen zu sein, vor allem bei schönem Wetter. Doch jetzt, mit der außergewöhnlichen Qualität unserer Räume, fällt es leicht, auch im Inneren zu verweilen.“

Die charmante Straße in der Kremser Altstadt erlebte eine regelrechte Verwandlung und das Projekt der Leuthners diente als Vorbild für ähnliche Bauvorhaben. In einem abschließenden Gedanken betont Franz:

„So ein Projekt in dieser Art würde ich jederzeit wieder machen. Diese Aufwertung des ganzen Gebäudes mit neuem Niedrigenergiestandard – das ist so eine tolle Herausforderung, hinter der wir als Architekten stehen.“

Familie Leuthner wohnt, lebt und liebt nun in einem Zuhause, in dem Geschichte, moderne Architektur und Natur in perfekter Harmonie verschmelzen.

3 Key Takeaways

  • Viel Tageslicht von oben: Dachfenster auf allen Seiten maximieren natürlichen Lichteinfall und schaffen helle Wohnatmosphäre.
  • Ausblick ohne Einblick: Große Fensterflächen bieten tollen Ausblick, während Wände und Dachschrägen für die nötige Privatsphäre sorgen.
  • Nächtliche Kühlung: Elektrisch betriebene Dachfenster öffnen nachts automatisch und kühlen die tagsüber erwärmte Speichermasse ab.

„Ich stehe sehr oft zeitig in der Früh vor einer unserer beiden großen Vierer-Fenster-Kombinationen und sehe dem Sonnenaufgang zu, wie er den Himmel über Göttweig färbt.“ – Christine Leuthner

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