In ihrer Wiener Dachgeschosswohnung haben Dessi und Thomas ihren Wohlfühlort geschaffen – mit offener Küche, viel Tageslicht und Sinn für Design. Vor 20 Jahren zogen Dessislava Köhle, genannt Dessi, und ihr Mann Thomas mit Sohn Alexander in die Dachgeschosswohnung im Wiener Bezirk Ottakring. Genau einen Tag später kam ihr zweiter Sohn Philipp zur Welt – eine Punktlandung! Heute sind beide Kinder erwachsen und aus dem Haus, erinnern sich aber nur zu gern an ihre Kindheit und Jugend in der elterlichen Wohnung.

Leben über den Dächern des Arbeiterviertels

Dessi ist gebürtige Bulgarin und kam kurz nach dem Schulabschluss im Alter von 20 Jahren nach Österreich. „Wien ist meine Wahlheimat“, sagt sie. Nicht zuletzt lernte sie hier auch ihren heutigen Mann Thomas kennen, einen waschechten Wiener. Das Haus, ihr Lebensmittelpunkt, liegt im 16. Bezirk Ottakring, ursprünglich ein Arbeiterbezirk. Auf den Straßen und Märkten herrscht geschäftiges Treiben. In der Wohnung im 5. Stock leben Sie auf 98 Quadratmetern, verteilt auf Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Badezimmer und die Küche mit dem Essbereich. Insgesamt hat die Wohnung zehn Dachfenster, davon allein sechs in der Küche.

Dachgeschossausbau: Viel Licht zu jeder Jahreszeit

„Besonders im Winter komme ich noch gerne zu Besuch, weil es hier so schön hell ist“, erzählt Alexander. Auch Dessi genießt das Tageslicht zu jeder Jahreszeit und ist dankbar es auch im Winter zuhause länger geniessen zu dürfen.

„Wenn ich im Winter durch den Bezirk laufe, an anderen Fenstern vorbei, haben alle ein Licht brennen – wir nicht!”

Das Haus ist ein Gemeindebau von 1929, ursprünglich eine Form des sozialen Wohnungsbaus und heute typischer Bestandteil der Wiener Architektur. Heute sei es fast unmöglich, im Gemeindebau eine Wohnung zu bekommen, erzählt Dessi. Doch Ehemann Thomas ist Schornsteinfeger und – damals wie heute – unter anderem für dieses Haus zuständig. So erfuhr er, dass der rohe Dachboden hier zu einer Wohnung ausgebaut werden sollte. Die Stadt Wien war für den Dachgeschossausbau zuständig. „Dadurch, dass wir in so einem frühen Stadium von dem Ausbau erfahren haben, konnten wir mit dem Architekten sprechen, wie die Wohnung gestaltet wird“, sagt Dessi. Dabei stand für die beiden ein Thema im Vordergrund: „Wir wollten sehr viel Licht haben.“

Offene Küche mit sechs Dachfenstern

Dem Architekten gefiel die Idee von sechs Schwingfenstern in der Küche, um dort den Essplatz mit viel Tageslicht einrichten zu können. „In unserer Küche koche ich sehr, sehr gern“, sagt Dessi. Sie fühlt sich wohl in diesem offenen Bereich. „Ich habe so viel Licht und kann mich frei bewegen, weil es so schön geräumig ist.“

Seit neuestem genießt Dessi auch den freien Blick durch die Wohnung, von der Küche ins Wohnzimmer und umgekehrt. Denn nach beinahe 20 Jahren haben die Köhles endlich den Wanddurchbruch zwischen Wohnzimmer und Küche geschaffen. Das verbessert nicht nur die Tageslichtnutzung, sondern auch das Raumklima:

„Im Sommer, wenn es heiß ist, kann man so gut querlüften, denn wir haben auf beiden Seiten Dachfenster. Wir machen alles auf, und es ist ein Traum!“, sagt Dessi.

Gemütliches Heimkino dank Rollos

Im ehemaligen Kinderzimmer hat sich Dessi nun, nachdem beide Söhne ausgezogen sind, ihr Atelier eingerichtet. „Ich habe seit meiner Kindheit gemalt und wollte auch mal Künstlerin werden“, sagt Dessi. Unter den Dachfenstern strahlen ihre Farben in neuem Licht. Doch manchmal ist auch Verdunkelung gefragt: „Ich bin ein leidenschaftlicher Filmeschauer“, erzählt Alexander. „Da haben unsere Rollos natürlich geholfen, ein besseres Bild zu bekommen.“ Die Köhles ließen ihre Dachfenster mit Hitzeschutz-Markisetten Tageslicht und Verdunkelungsrollos ausstatten. „Im Sommer bildet das eine tolle Atmosphäre – wenn da mal zu viel Sonne ist, bleibt es hier drin wunderschön und gemütlich“, sagt Dessi.

Dessis „Wohnsinnigkeit“ schlägt Wellen

Neben der Malerei gibt es noch eine weitere kreative Leidenschaft, mit der Dessi ihre Zeit verbringt: Inneneinrichtung. Dafür hat sie ein Händchen. „Das ist alles aus der Wohnung hier entstanden“, erzählt sie. Auf Instagram teilte sie Fotos – und erhielt direkt Anfragen, um in Sachen Einrichtung zu beraten. „Durch die Community kenne ich mittlerweile viele Menschen, die wohnsinnig sind so wie ich“, sagt sie. Ihr Stil ist auffällig, oft extravagant – davon zeugt nicht nur die goldene Tapete im Badezimmer. Sie mag Monochromes genauso wie frühlingshafte Farben. „Ich liebe Stilbrüche“, sagt Dessi. So findet die moderne Stehlampe ihren Platz neben alten Kinosesseln vom Dachboden eines Bekannten.

Lieblingsplätze richten sich nach dem Licht

Woher kommt das Licht? Diese Frage war für Dessi schon vor dem Einzug besonders wichtig. „Ich bin vielleicht auch ein bisschen Feng Shui“, sagt sie schmunzelnd. Morgens sitzt sie am liebsten im Wohnzimmer oder auf der kleinen Dachterrasse mit Blick in den grünen, baumbewachsenen Hof, Richtung Südosten. Ab dem Nachmittag sucht sie das Licht vor allem in der Küche, am Esstisch, wo es dank der Dachfenster wunderschön hell ist. „Wir haben auch oft Besuch und sitzen dann gerne hier“, sagt sie und erinnert sich:

„Mein mittlerweile verstorbener Vater hat das erste Mal diese Wohnung besucht und hat gesagt: ‚Egal wo man sich hinsetzt, man hat ein tolles Bild und immer wieder andere Lichtverhältnisse.‘ Das hat er so genossen!“

Freiheitsgefühl unter den Sternen

Dessi schwärmt für ihre Wohnung – nicht nur, weil sie so hell ist. „Ich komme sehr, sehr gern nach Hause und fühle mich einfach umarmt von dieser Wohnung.

Wir haben auch eine andere Luftqualität hier“, sagt sie. „Wir sind hoch oben im fünften Stock und ich fühle mich manchmal wie abgehoben.“ Das Gefühl von Freiheit kann Sohn Alexander nur bestätigen:

„Mein Bruder und ich hatten ein Stockbett, und ich habe oben geschlafen“, erzählt Alexander. „Jeden Abend habe ich rauf in den Sternenhimmel geschaut und dachte mir: Das ist so schön!“

3 Key Takeaways

  • Wanddurchbruch schafft Raum: Zwischen Küche und Wohnzimmer entstehen fantastische Lichtachsen.
  • Küche mit Tageslicht: Allein in der Küche sorgen sechs Dachfenster für viel Helligkeit beim Kochen und Essen.
  • Dachgeschosswohnung mit Stil: Von der goldenen Tapete bis zum Kinosessel ist die Einrichtung individuell und durchdacht.

„Morgens nehme ich mir die Zeit mit einem Kaffee, halte inne und denke mir: Danke, dass ich so schön wohnen kann. Dieses Licht, es ist so toll!“ – Dessislava Köhle

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