Dieser Aussage werden Eltern auch ohne Forschungsbelege zustimmen: Mein Kind ist ein Stubenhocker! Kinder und Jugendliche verbringen heutzutage sehr viel Zeit drinnen. Neben der Schule und den Hausaufgaben daheim, bestärkt unser digitales Zeitalter die Indoor Generation darin auch in ihrer Freizeit, kaum noch vor die Tür zu gehen. Durch das sehr große Medienangebot kann man bequem vom Sofa aus im Internet surfen, YouTube-Videos anschauen oder an der Spielkonsole zocken. Das kann jedoch auf lange Sicht negative Auswirkungen haben. Welche Konsequenzen das sind und wie die Faktenlage aus wissenschaftlicher Sicht aussieht, erfahren Sie hier.

Arbeit, Haushalt, Fernsehabende auf der Couch – wir Erwachsenen kennen den Alltag in geschlossenen Räumen nur zu gut und finden oftmals nicht genug Zeit, an die frische Luft zu kommen. Auch mit unseren Bemühungen und Vorsätzen, mehr Zeit im Freien zu verbringen, zeigen Studien der WHO sowie der US EPA, dass wir mit fast 22 Stunden im Durchschnitt 90 % unserer Zeit in Gebäuden verbringen.

Diese Ergebnisse zeigen außerdem eine deutliche Diskrepanz unserer Wahrnehmung und der tatsächlichen Realität. Denn bei einer von VELUX in Auftrag gegebenen Studie von YouGov gaben die Befragten an, dass sie glauben, nur 64 % ihrer Zeit in geschlossenen Räumen zu verbringen.

Draußen scheint die Sonne, drinnen flackert der Fernseher

Man könnte meinen, dass der Anteil der Outdoor-Freizeitaktivitäten bei Kindern anders als bei Erwachsenen aussieht. Draußen zu spielen, sollte vermeintlich zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Kindheit gehören. Im Sandkasten buddeln, auf Bäume klettern, Fangen spielen im Wald oder Tierarten am Fluss entdecken – all das gehört zu einer abenteuerreichen Kindheit dazu. Doch auch hier sieht die Realität oftmals anders aus. Was bedeutet es, einen Stubenhocker daheim zu haben? Diese Frage muss natürlich jeder für sich selbst beantworten.

Jedoch wurde in einer unabhängigen Umfrage das Spielverhalten von Kindern zwischen drei und zwölf Jahren untersucht. Nur 33 % der Kinder sind heute jeden Tag an der frischen Luft. Schwelgt man selbst in Erinnerung, denkt man an eine Kindheit im Freien zurück – bei Wind und Wetter wurde ausgiebig an der frischen Luft gespielt. Die Umfrage der insgesamt 750 Teilnehmerinnen zeigt zugleich, dass uns dieser Blick in die Vergangenheit auch nicht trügt: Es gibt einen großen Generationsunterschied zwischen der heutigen Generation und der eigenen Kindheit damals. Mit 58 % gaben deutlich mehr Befragte an, täglich draußen gespielt zu haben, als die eigenen Kinder heutzutage.


Lesen Sie, wie sich Tageslicht positiv auf die Gesundheit auswirken kannTageslicht als Therapie

YouTube schlägt Schaukel

Auf das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen haben vor allem die modernen Medien einen besonderen Einfluss. Eltern müssen schon früh mit Fragen wie „Ab wann darf der Fernseher im Kinderzimmer stehen?“ und „Wann ist der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone?“. Die Befürchtung, den Stubenhocker im Kind zu fördern, schwingt dabei immer mit. Aktuelle Ergebnisse zur Mediennutzung zeigen, das bereits 92 % der 14 - 15-Jährigen ein eigenes Smartphone besitzen – die wichtigsten Apps stellen dabei WhatsApp, Instagram und Snapchat dar.

Und auch auf anderen Kanälen lässt sich mit Chatten, Tutorials auf YouTube und Online-Games viel Zeit verbringen. Digitale Spiele auf dem PC oder der Konsole werden von 58 % der Jugendlichen täglich oder mehrmals die Woche genutzt. Viele Eltern fragen sich „Wie viel Mediennutzung ist ‚normal‘?“

Generell verbringen Jugendliche fast 6 Stunden täglich im Internet, wohingegen die Gesamtbevölkerung lediglich um die 3 Stunden am Tag online verweilt. Durch eine Vielzahl an Angeboten wird die Nutzung digitaler Geräte immer stärker in den Alltag unserer Kinder einbezogen. Auch im Bildungsbereich werden digitale Medien dem herkömmlichen Lernangebot ergänzt.

Folgen für die Indoor-Spezie

Der Wandel zur Indoor Generation geht nicht spurlos an den Kindern und Jugendlichen vorbei und ist sowohl mit psychologischen als auch physiologischen Folgen behaftet. Die Luftverschmutzung in den Städten zählt zu den Topthemen in unserer Gesellschaft, wohingegen die Luft in unseren Gebäuden kaum hinterfragt wird. Dabei kann die Luft in unseren Innenräumen bis zu fünfmal stärker mit Schadstoffen belastet sein als die Außenluft – sogar in Großstädten.

78 % der Menschen ist laut der Umfrage von VELUX / YouGov diese Problematik bei der Innenluft nicht bewusst. Besonders Kinderzimmer sind oft Räume mit der schlechtesten Luftqualität im Haus und damit die am stärksten mit Schadstoffen belasteten Räume. Eine Ursache können toxische Stoffe in Baumaterialien, Reinigungsprodukte oder Spielzeug sein.

Neben diesen externen Einflüssen ist auch der eigene Ausstoß als Verursacher nicht zu unterschätzen: Eine vierköpfige Familie gibt jeden einzelnen Tag allein durch Atmen 1.800 Liter CO2 und 10 Liter Wasser an die Atmosphäre ab.[1] Diese schlechte Raumqualität kann zum einen kurzzeitige Symptome wie die Reizung von Augen, Nase und Rachen auslösen. Zum anderen können sich laut US EPA auch langfristige Folgen wie z. B. Asthma oder Herzerkrankungen bemerkbar machen. Kommt es sogar zu feuchten Wänden oder Schimmelbildung in den Räumen, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit an Asthma zu erkranken um 40 %.

Eine weitere Auswirkung des Lebens in geschlossenen Räumen auf Kinder und Jugendliche ist die Abkehr vom natürlichen Rhythmus. Dazu tragen auch elektrisches Licht und digitale Geräten bei. Dies kann nicht nur ernsthafte Auswirkungen auf die Schlafqualität haben, sondern auch auf die Gesundheit. 15 % der Teilnehmer der Umfrage von VELUX / YouGov gaben an, der Mangel an Tageslicht mache sie traurig. 68 % bestätigten, dass sich ihre Stimmung durch Tageslicht positiv beeinflussen lässt.

Eine ausreichende Dosis an Sonnenlicht im Verlauf eines stabilen Hell-Dunkel-Zyklus ist somit entscheidend für einen gesunden Biorhythmus. Tageslicht steigert als ein wichtiges physiologisches und psychologisches Stimulans die Wachheit, hebt die Stimmung und fördert das Wohlbefinden. In Lernphasen kann Tageslicht bei Kindern und Jugendlichen außerdem die Produktivität und Lernfähigkeit um 15 % steigern.






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Die Natur ins Kinderzimmer holen

Dies sind nur einige Konsequenzen des modernen Lebensstils und der damit verbundenen Mediennutzung, die den Kindern und Jugendlichen als Generation Stubenhocker begegnen. Auch wenn der technologische Fortschritt zu enormen Vorteilen in Bereichen des Lebensstandards, dem Gesundheitswesen oder der Erziehung geführt haben, sollten auch für die Negativfolgen Maßnahmen ergriffen werden, um das Leben im Inneren wieder lebenswert zu gestalten. Denn die schlussfolgernde Frage, die sich Eltern im Zuge der Entwicklung zur Indoor Generation stellen, ist wohl „Wie bekommt mein Kind genügend frische Luft und Tageslicht?“.

Bereits bei der Planung sollten Wohnhäuser so konzipiert sein, dass die Kinderzimmer ein ausreichendes Niveau an Tageslicht und Frischluft bieten. Oft wird es nicht möglich sein, Kinder und Jugendliche vor allen negativen Einflüssen der Medien und digitalen Gesellschaft bewahren zu können, jedoch kann jeder Einzelne dafür Verantwortung tragen, eine gesunde Umgebung in den eigenen vier Wänden zu schaffen. Mehrmaliges Lüften senkt die CO2-Konzentration sowie die Belastung durch andere Schadstoffe, zudem wird Luftfeuchtigkeit abgeführt. Wird dies versäumt, steigt das Risiko der Schimmelbildung.

Wie sich ein häufiger Luftwechsel automatisch realisieren und damit garantieren lässt, lesen Sie in unserem Artikel zu Smart Home Systemen.

 

[1] British Standard, BS 5250: Code of Practice Control of Condensation of Buildings, 2002.


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